TAF – Trauma-Anlaufstelle und Fachberatung für Kinder und Jugendliche
DAS BIETEN WIR AN:
Die Beratungsstelle TAF ist ein geeigneter und qualifizierter Anlaufpunkt, um von Traumatisierung betroffene Kinder und Jugendliche, Angehörige und Fachkräfte zu beraten und bei Bedarf zu begleiten.
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- Psychoedukation über Entstehung, Verlauf und Symptomatik von Traumatisierung im Kinder- und Jugendalter
- Entlastende Gespräche und stabilisierende Begleitung für Betroffene und deren Angehörige
- Förderung von Selbstverstehen (Psychoedukation) und auch Verstehen des Verhaltens der Eltern
- Förderung von Gefühls- und Körperwahrnehmung
- Aktivierung von Ressourcen
- Stabilisierung im Alltag
- Distanzierungs- und Orientierungstechniken
AN WEN RICHTET SICH DAS ANGEBOT?
Alle Menschen ab 6 Jahren, die infolge von extremen Ereignissen an Symptomen einer Traumatisierung leiden, sowie Angehörige und Unterstützer*innen von Menschen, die von Traumatisierung betroffen sind, können das Angebot nutzen.
→ Du bist betroffen? Du hast etwas Schlimmes erlebt?
Ebenfalls können Fachkräfte, welche in ihrem Arbeitsalltag mit dem Thema „Trauma“ in Berührung kommen, das Angebot als Entlastungsmöglichkeit wahrnehmen oder Fachwissen abfragen.
KONTAKT
per Mail: taf@oikos-sozialzentrum.de
per Telefon: 06421/4909994
Telefonische Sprechzeit:
mittwochs zwischen 14 bis 16 Uhr.
→ Weitere Informationen auf unserem Flyer.
WAS VERSTEHT MAN UNTER EINER TRAUMATISIERUNG?
Biographien sind keine gradlinig gezeichneten Verläufe, die einem stringenten Muster folgen. Vielmehr werden sie mitbestimmt durch unvorhergesehene Ereignisse, die ihren Ursprung in externen Faktoren wie z.B. nicht steuerbaren Krisen haben können. Als Beispiel seien hier gesamtgesellschaftlich betreffende Phänomene wie Kriege oder Pandemien aufgezählt. Aber auch einschneidende Ereignisse im sozialen Nahfeld wie der Verlust eines geliebten Menschen, eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung, das Widerfahren von Unfällen, das Erleben von seelischer, physischer oder sexualisierter Gewalt etc. können tiefe seelische Wunden hinterlassen
„DAS“ traumatische Ereignis als solches gibt es nicht. Inwiefern es in Folge des Erlebens von Gewalterfahrungen zu einer Traumatisierung bzw. zu einer chronischen Traumafolgestörung kommt, hängt immer davon ab, wie resilient ein Mensch ist und welche anderen positiven und unterstützenden Faktoren im direkten Umfeld verfügbar sind.
Je eher ein Mensch, der extreme Erschütterung erleben musste, anfängt, darüber zu sprechen und Unterstützung erhält – am besten durch nahe Bezugspersonen – desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die seelische Gesundheit wiederhergestellt wird, bzw. gar nicht erst in Frage gestellt ist
Ein Trauma ist selbst für Erwachsene ein einschneidendes Ereignis in der Biographie, das sich auf alle Bereiche des Lebens auswirkt.
Da Kinder und Jugendliche über weniger Möglichkeiten des Schutzes, sowie der Verarbeitung von Erlebnissen verfügen als Erwachsene und die vorhandenen Anpassungs- und Schutzmechanismen in traumatischen Stresssituationen versagen, kann das Erleben von extremen Grenzerfahrungen besonders schwerwiegende Reaktionen und Folgesymptomatiken hervorrufen. Traumatisierende Erlebnisse, welche in Kindheit und Jugend stattfinden, können die psychosoziale und körperliche Entwicklung und Gesundheit nachhaltig schädigen.
Ein Drittel aller Menschen erleben in ihrer Biographie ein potenziell traumaauslösendes Ereignis und mehr als 1 von 4 Kindern (21,4 %) erlebt ein signifikantes traumatisches Ereignis vor dem Erreichen des Erwachsenenalters.
Es ist sinnvoll, neben der vorhandenen Unterstützung durch das Umfeld und das bereits bestehende Helfer*innensystem, Expert_innenwissen von Fachstellen hinzuzuziehen.
Die Trauma-Anlaufstelle und Fachberatung für Kinder und Jugendliche wird vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege gefördert und ist daher jedem Menschen kostenfrei zugänglich.