Pflege braucht Reformen statt Kürzungen! Mitarbeitende der Altenhilfe des St. Elisabeth-Vereins setzen Zeichen für eine zukunftsfeste Pflege:
Mit einer gemeinsamen Aktion zeigen die Mitarbeitenden unserer Altenhilfe der geplanten Neuordnung der Pflege die Rote Karte.
Der Entwurf für ein neues Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sorgt derzeit für deutliche Kritik bei Pflegekräften, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und Menschen, die selbst auf Pflege angewiesen sind. Auch die Mitarbeitenden der Einrichtungen der Altenhilfe des St. Elisabeth-Vereins schließen sich den Forderungen der Diakonie Hessen und des „Aktionsbündnis Pflege“ an.
Denn eine Reform der Pflegeversicherung ist notwendig. Sie darf aber nicht dazu führen, dass Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte am Ende die Rechnung tragen.
Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen
Ein zentraler Kritikpunkt ist die geplante Veränderung der tariflichen Bezahlung in der Altenpflege. Die bisher geltende Regelung, nach der sich die Bezahlung an Tarifverträgen orientieren muss, soll für vier Jahre ausgesetzt werden. Gleichzeitig sollen Tariflöhne nicht mehr vollständig refinanziert werden.
Für die Beschäftigten in der Pflege ist eine faire und verlässliche Bezahlung ein wichtiger Bestandteil guter Arbeitsbedingungen. Gerade in einer Zeit, in der Pflegeeinrichtungen dringend Fachkräfte benötigen, darf die Attraktivität des Berufsfeldes nicht weiter geschwächt werden.
Tarifbindung und gute Arbeitsbedingungen sind kein Luxus. Sie sind eine Voraussetzung für gute Pflege.
Pflegeaufwand verschwindet nicht durch niedrigere Einstufungen
Kritisch sehen die beteiligten Organisationen auch die geplante Verschärfung der Kriterien für die Feststellung von Pflegebedürftigkeit. Nach den vorliegenden Plänen könnten künftig deutlich weniger Menschen als pflegebedürftig eingestuft werden.
Das hätte auch Folgen für die stationäre Pflege: Ein niedrigerer Pflegegrad bedeutet in der Regel eine geringere refinanzierbare Personalausstattung. Der tatsächliche Unterstützungs- und Pflegebedarf der Menschen verschwindet dadurch jedoch nicht.
Die Sorge: Weniger refinanziertes Personal bei gleicher Belegung kann zu mehr Arbeitsverdichtung für die Beschäftigten führen.
Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige erhalten
Auch die ambulante Pflege steht im Fokus der geplanten Veränderungen. Beratung, Anleitung und Begleitung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sind aus unserer Sicht zentrale Bestandteile professioneller Pflege.
Gerade Menschen, die Pflege zu Hause organisieren, brauchen verlässliche Unterstützung. Angebote, die Angehörige entlasten und Menschen ermöglichen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrer eigenen Häuslichkeit zu leben, müssen erhalten und gestärkt werden.
Pflege braucht eine nachhaltige Perspektive
Mit der Roten Karte setzen die Mitarbeitenden unserer Altenhilfe ein sichtbares Zeichen.
Wir brauchen eine Pflegepolitik, die Pflege langfristig sichert, statt Leistungen abzubauen. Eine Politik, die Beschäftigte stärkt, statt Arbeitsbelastungen zu erhöhen. Und eine Finanzierung, die gute Pflege tatsächlich ermöglicht.
Deshalb unterstützen wir die Forderung:
#RoteKartePNOG – #PflegeBrauchtReformenStattKürzungen
Gemeinsam mit den Partnern des Aktionsbündnisses Pflege setzen wir uns für eine Pflege ein, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt – Pflegebedürftige ebenso wie die Menschen, die täglich professionell für sie da sind.