Intensiv Betreutes Wohnen
Das Intensiv Betreute Wohnen (IBW) ist ein Angebot des St. Elisabeth-Vereins Marburg und wurde 1991 ins Leben gerufen. Ziel war es von Anfang an, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die über längere Zeit in kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen gelebt haben, einen sicheren Weg zurück in die Gesellschaft zu ermöglichen.
Damals war die Jugendhilfe vielfach überfordert mit jungen Menschen, die mit schweren psychischen Belastungen lebten. Entsprechend fehlten Konzepte, wie man diesen Jugendlichen wirksam begegnen konnte. Das IBW schloss diese Lücke: durch intensive 1:1-Betreuung, durch hohe Fachlichkeit im Umgang mit psychischen Erkrankungen – und durch viel Geduld, Klarheit und Ausdauer.
Seitdem hat sich das Konzept stetig weiterentwickelt – durch Erfahrungen aus der Praxis, durch intensive Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen innerhalb und außerhalb des St. Elisabeth-Vereins sowie durch die Professionalisierung der sozialen Arbeit im Rahmen des SGB VIII.
Heute gehören vier IBW-Gruppen zum St. Elisabeth-Verein und bieten Plätze für insgesamt 32 junge Menschen in geschlechtsheterogener Zusammensetzung.
Alle IBW-Gruppen nehmen junge Menschen auf, die bereits stationäre psychiatrische Aufenthalte hinter sich haben, deren bisherige Hilfen gescheitert sind oder die aus belastenden Familiensystemen stammen. Viele von ihnen haben wiederholt Ablehnung, Zurückweisung und Scheitern erlebt. Rückzug, Selbstverletzung oder oppositionelles Verhalten sind oft Ausdruck tiefgreifender Verzweiflung. Ziel unserer Arbeit ist es, jungen Menschen mit schwierigsten und häufig traumatischen Lebensgeschichten einen sicheren Ort zu bieten, an dem gemachte Erfahrungen bearbeitbar werden und Stärken sowie Ressourcen der jungen Menschen herausgestellt werden.
Unsere pädagogische Arbeit basiert auf einer intensiven Beziehungsgestaltung, erfordert kreative Lösungen und ständige Klarheit – und sie lebt von der engen Zusammenarbeit mit anderen Institutionen: Psychiatrien, Schulen, Ausbildungsstätten, Polizei, Justiz und weiteren Akteuren.
Gemeinsam mit den jungen Menschen und ihren Bezugspersonen erarbeiten wir individuelle Unterstützungsangebote. Je besser das Zusammenspiel zwischen IBW, Familie, Schule, Therapie und gegebenenfalls Psychiatrie gelingt, desto größer ist die Chance auf nachhaltige Entwicklung und Perspektive.
Bildung und Arbeit – individuell abgestimmt
Nach einer gründlichen Einschätzung der schulischen Leistungsfähigkeit und sozialen Kompetenzen, unterstützen wir eine schulische Reintegration. In Kooperation mit Schulamt, Regelschulen und – bei Bedarf – der Förderschule des St. Elisabeth-Vereins gestalten wir passgenaue Bildungswege. Auch die Abteilung „Integrative Lerntherapie“ der Julie-Spannagel-Schule steht bei entsprechender Indikation zur Verfügung.
Für die berufliche Zukunft bieten sich in Marburg zahlreiche Möglichkeiten: Neben dem allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt begleiten wir auch Übergänge in rehabilitative Beschäftigungsmaßnahmen, z. B. durch die StEBB (St. Elisabeth-Verein Berufliche Bildung) oder weitere Reha-Träger.
Elternarbeit und systemische Unterstützung
Die Zusammenarbeit mit Eltern und Sorgeberechtigten ist für uns ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Jugendhilfe. In besonders komplexen Familiensystemen bieten wir zusätzlich systemische Familientherapie an.
Organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen
Unsere Arbeit ist geprägt durch:
- eine hohe Betreuungsdichte (1:1-Betreuung)
- Rund-um-die-Uhr-Präsenz mit flexiblen Dienstplänen
- ein hohes Maß an Verantwortung und Gestaltungsspielraum für pädagogische Fachkräfte
Rechtsgrundlage unserer Arbeit sind die §§ 27, 34, 35a und 41 SGB VIII.
Perspektivwechsel ermöglichen
Wenn die jungen Menschen eine persönliche Stabilisierung erreicht haben, Schule oder Beruf wieder tragfähig im Alltag verankert sind, beginnt die Planung der nächsten Schritte. Diese reichen – je nach Alter und Entwicklung – von der Rückkehr ins Elternhaus bis zur Überleitung in ein weniger intensives Betreuungssetting wie zum Beispiel betreute Wohngemeinschaften oder gar die eigene Wohnung
Unsere Einrichtungen
Kontaktpersonen

Marco Schewe
Geschäftsbereichsleiter Geschäftsbereich WAB
Tel.: 06421 1808-67
Fax.: 06421 1808-40
m.schewe@elisabeth-verein.de

Annette Witzel
Bereichsleitung IBW
Tel.: 06421 1808-47
Fax: 06421 1808-40
a.witzel@elisabeth-verein.de

Anja Mzyk
Aufnahmeanfragen
Tel.: 0151 52605274
Fax: 06421 1808-40
a.mzyk@elisabeth-verein.de
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